Image: Daimler - Mercedes me - digitaler Service

Digitale Services in Fahrzeugen

Heute interessieren mich einmal die neuen Mobilitätskonzepte der Fahrzeughersteller. Weltweit wird an digitalen Helfern für die Fahrer der Fahrzeuge gebastelt. Dank unserer Smartphones können wir die Vorzüge der Sharing Economy nutzen, ganz gleich ob ich heute in einen BMW oder Mini bei DriveNow oder einen Smart oder Mercedes bei Car2Go einsteigen möchte.

In der Vergangenheit waren die digitalen Helfer vor allem Sprachassistenz Systeme und smarte Bordcomputer. Dabei erfolgte die Bedienung eher rustikal über den Lenker, Sprache war meist auf die eigene Landessprache beschränkt.

Digitale Services erobern die Fahrzeuge

Doch das noch junge Jahr 2017 zeigt schon jetzt, wie die digitale Entwicklung eigene Geschäftsfelder bei den Herstellern erobert. Und das nicht nur als reines Cost-Centre, sondern als eigener Service mit richtigem Umsatz. Schauen wir heute einmal bei Daimler in Stuttgart hinter die Kulissen.

Vor wenigen Tagen kündigte der smarte, schwedische Entwicklungschef von Daimler Ola Källenius in einem Interview an, dass die Schwaben im Jahr 2020 “hunderte von Millionen Euro Umsatz” mit digitalen Diensten für vernetzte Autos umsetzen möchten.

Noch werden diese Zahlen nicht eigenständig kommuniziert. Aber der heutige Umsatz mit dem Digitalservice von Daimler “Mercedes me” liege bereits im Millionenbereich, so erklärte Källenius dem Düsseldorfer Magazin Wirtschaftswoche.

Die Mercedes-App folgt in seiner Monetarisierung einer klassischen Freemium Strategie. Während der Download selbst kostenfrei ist, werden zukünftig freie Basisdienste und kostenpflichtige Premiumservices angeboten. Bereits heute ist für die Mercedes Kunden eine App im Einsatz, die über einen Zeitraum von drei Jahren das Auto autonomen einparken hilft. Derzeitiger Kostenpunkt: 130 Euro.

Interessant ist, dass Mercedes seine Entwickler in der sogenannten Connected-Car-Organisation global aufgeteilt hat. Neben den Entwicklern in Stuttgart, Silicon Valley und Indien hat der Fahrzeughersteller vor wenigen Tagen in Seattle und Tel Aviv zwei weitere Standorte eröffnet. Vor allem Seattle hat es den schwäbischen Machern angetan. Die dortigen Entwicklungen konzentrieren sich vor allem auf Cloud Anwendungen. Kein Wunder, denn für das moderne Fahrzeug von morgen gilt: 100% Verfügbar- und Erreichbarkeit.

Sportlich sind die Ziele der Schwaben. Daimler rechnet für das Jahr 2020 damit, dass das Haus mit digitalen Dienstleistungen einen Milliarden Umsatz (in Euro) erreichen kann. Die Entwicklungen in diesem Geschäftsbereich bieten dann den Zugang in die Welt von Mercedes-Benz.

Mercedes me bündelt die digitalen Services

Hier werden die Produkte, Services und Lifestyle-Angebote „von Mercedes-Benz, Daimler und den Kooperationspartnern (gebündelt), die auch über das Produkt „Auto“ hinausgehen“. So wird es bereits heute auf der Daimler Webseite angekündigt. Angenehm ist die Vorstellung, zukünftig den Zugang zu intelligenten Mobilitätslösungen mit Hilfe von ‘Mercedes me move’ zu erhalten.

Die Daimler Taxidienste MyTaxi, der Car-sharing Service Car2Go oder die private Car-sharing Neuheit Croove und das Fernbus Angebot – sämtliche Mobilitätsdienste kommen dann aus einer Hand. Und die weiteren Akquisitionen könnten hier ganz praktisch mit aufgenommen werden. Es verstärkt sich derzeit das Gerücht, dass Daimler in Griechenland den dortigen UBER Herausforderer TaxiBeat schlucken möchte. So zumindest berichtet Techcrunch aus gut informierten Quellen.

Kein App-switchen ist mehr notwendig. Ich habe dadurch mehr Platz auf meinem Smartphone, denn anstelle von 4-5 Apps gibt es nur noch diese eine Mobilitätsapplikation. Beat the ‘App fatigue’.

Klar ist für die Macher auch, dass die digitalen Services immer im beta Stadium sein werden. Sie sind quasi nie fertig, da stets weitere Entwicklungen und Verbesserungen vorgenommen werden. Das ist dann gleich den digitalen Entwicklungen aus den großen Häusern im Silicon Valley. Auch dort sind Produkte in der Regel stets in Beta-Mode, nie fertig und immer auf Verbesserungskurs.

Image: Daimler – ‘Mercedes me’ – digitaler Service

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Ich arbeite als Partner der InnovationFactory in Bayern an der Vernetzung digitaler Player vom Startup bis zum Großunternehmen. Mein besonderes Interesse gehört der eMobilität, denn ich bin von der Entwicklung marktgerechter Elektroautos fasziniert.