Innovationen von Evopark

Innovationen für Unternehmen – Startup Förderung im Wandel

Es vergeht kaum ein Tag ohne eine Meldung über die neuen Gründerzentren. Inkubatoren, Acceleratoren, Corporate Venture Fonds oder Digital Labs fördern Gründer mit Ihren Innovationen. Wir erleben derzeit einen aktuellen Boom an Gründerhilfen für Hochschulabsolventen, gründungswillige Mitarbeiter oder Forschungsteams. Doch was steckt hinter dieser Vielzahl an Startup Hilfen – vor allem durch die gestandenen Unternehmen und Beratungshäuser?

Innovationsdruck für die gestandenen Unternehmen

Fest steht, dass angesichts eines deutlich erhöhten Innovationsdrucks, alle Unternehmen zu liefern gezwungen sind. Die anstehenden Aufgaben der Digitalisierung fordern Unternehmen aller Größen heraus, aktiv zu werden. Doch während die große Mehrzahl an Entscheidern weiß, dass Innovationen für das eigene Unternehmen notwendig sind, so bezweifeln viele, die richtigen Mitarbeiter an Bord haben, um diese Innovationen auch stemmen zu können. Das ist das Ergebnis einer Studie „Innovation Matters“, von PA Consulting.

So verblieb verstärkt der Weg nach aussen. Großunternehmen, aber auch größere Mittelständler begannen in den letzten 1-2 Jahren mit Corporate Venturing. Hier steht neben der Beteiligung an Jungunternehmen die aktive Unterstützung beim Wachstum an. Nicht immer heißt das automatisch auch den Kauf der Startups, vielfach scheiterten die gemeinsamen Bemühungen an zu unterschiedlichen Erwartungen oder Innovationskultur.

“Erste Erfahrungsberichte weisen … darauf hin, dass die Erfolgsquote bei durchschnittlich 3 bis 5 Prozent liegt”, so die Studie von PA Consulting. Der Blick hinter die Kulissen bei den diversen Corporate Ventures zeigt auch, dass die externen Bemühungen anstrengend und durchaus kostspielig sind. Auch deshalb ändern viele Große derzeit ihre Strategie,  einige Beispiele hierfür:

Innovationen werden auf das eigentliche Geschäftsmodell fokussiert

Die spanische Telefonica startete mit Wayra einen ‘Startup Track’ inmitten von München. Im fünften Stock oberhalb der Kaufinger Str. wurden junge Gründer jeweils für drei Monate gefördert, Netzwerktreffen abgehalten und Mentoren zur Seite gestellt. Thematisch gab es lange keinen Focus, bis vor wenigen Wochen die Muttergesellschaft verkündete, dass zukünftig lediglich Startups gefördert werden würden, die Innovationen im Zusammenhang mit ihrem Stammgeschäft erarbeiteten. Interessant ist hier auch die Tatsache, dass Wayra zukünftig nicht mehr die direkte Beteiligung, sondern ‘nur’ noch der Zugang per Vertrag zu den Services der Gründer anpeilt.

Der Fokus auf die Gründungen im eigenen Geschäftssegment scheint ein erster Schritt im Umdenken einiger Großunternehmen zu sein. Die Münchner Allianz verkündete genau diese Massnahme Ende November. Statt eines ‘Company Builders’ werde sie zu einer strategischen Investmentgesellschaft für digitale Themen. Im Vorjahr wurden noch rund 650 Millionen Euro angekündigt, die pro Jahr in die Digitalisierung des Konzerns und bessere Online-Angebote investiert werden sollten.

Bei der Deutschen Bahn arbeitet die DB Digital Ventures unter Leitung des Ex-SBB Schweizers Manuel Gerres verstärkt an Mobility Themen. Innogy, Evonik, Axa oder Daimler, sie alle fokussieren in ihren jeweiligen Innovationszentren auf ihre Kernkompetenzen.

Die große Ausnahme kommt aus Berlin

Die große Ausnahme ist der Berlin-Stuttgarter Innovations-Zusammenschluss von Axel Springer Plug & Play und Porsche Digital. Hier hatte ich letzte Woche die Möglichkeit vor Ort die Hintergünde zu recherchieren. Axel Springer hat in den letzten Jahren mit seinem Plug & Play Accelerator bereits Erfahrungen mit über 100 Startup Teams gesammelt. Der 13. (!) Durchlauf fand gerade seinen Abschluss mit den Präsentationen der sechs erfolgversprechenden Gründungen.

Hinzu kommt im nächsten Jahr die digitale Erfahrung von Porsche, gerade im Mobility und Deep Tech Bereich sind die Zuffenhausener exzellent aufgestellt. Beide Mutterhäuser verkünden, nicht ausschließlich auf die eigenen Kernkompetenzen Medien und Automobil fokussieren zu wollen. Man verspricht sich durch diesen nicht gerade alltäglichen Zusammenschluss auf der Innovationsseite einen Schub, der horizontal ausgerichtet weitere Branchen beinhaltet. Allein, hier fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden.

Dass Porsche Digital nicht davor zurückschreckt, einen Exit aus erfolgversprechenden Startups zu vollziehen, zeigt das Investment in das Kölner Startup Evopark. Hier kaufte der Mönchengladbacher Mittelständler Scheidt & Bachmann das Startup der vier WHU Gründer und erhält somit nicht nur eine passende Innovation sondern auch den Zugriff auf die gesamte Mannschaft von Evopark. Porsche hingegen behält die vertraglichen Möglichkeiten der Integration von Services der digitalen Parkhausspezialisten, auch keine ganz schlechte Option. Die Integration der Evopark Parkhaus-Software in den neuen Porsche Cayenne ist Beispiel für das Vorgehen mit dieser Mobilitäts-Innovation.

Wie geht das in 2018 weiter?

Was ist also der Trend für die Innovationen der Großunternehmen in 2018? Es wird vielerorts eine Fokussierung der Startup Förderungen auf die eigenen Geschäftsfelder geben. Acceleratoren oder Corporate Ventures werden entweder allein, oder wie bei Springer und Porsche gemeinsam die Gründer fördern. Deren Innovationsfreude wird weiterhin ein elementarer Bestandteil für gestandene Unternehmen sein. Denn Startups, so die Erkenntnis der letzten Monate, gehören in Deutschland inzwischen zu einem elementaren Bestandteil und sind mit ihrer Agilität für Großunternehmen zu wichtigen Partnern geworden. Ganz gleich ob mit oder ohne Beteiligung.

Bildrechte: Porsche AG, Evopark Parkkarte im Porsche

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Als Unternehmer, Keynote Speaker und Berater begleite ich Unternehmen auf der Suche nach Innovationspotentialen. Meine Leidenschaft gehört internationalen Startups und Wachstumsunternehmen. Als deren Partner unterstütze ich Gründer in DACH und fördere deren digitale Innovationen.