Presseclub Augsburg

Zu Gast im Presseclub Augsburg

Gestern Abend durfte ich bei einer Veranstaltung des Presseclub Augsburg sprechen. Zu Gast waren ebenso Mitglieder des Marketing-Club Augsburg in der Halle des Sponsors, der Kreissparkasse in Augsburg. Mehr als 60 Gäste also; das versprach ein toller Abend zu werden. Die stellvertretende Vorsitzende des Presseclubs Sandra Strüwing führte durch unser Gespräch und die anschließende Diskussion.

Unser gemeinsames Ziel war, dass wir hinter die Kulissen der Startup-Kultur in Bayerisch-Schwaben schauen wollten. Unter welchen Voraussetzungen können Startups generell erfolgreich sein, welche digitalen Trends sind derzeit angesagt und warum ist Elektromobilität ein Zukunftsmodell.

Vorab: es wurde ein sehr unterhaltsamer Abend im Presseclub Augsburg mit teils kontroversen Diskussionen. Neben der Erklärung einzelner meiner beruflichen Stationen lag der Schwerpunkt bei der Bestandsaufnahme der Situation hier in Augsburg.

Gründer in Bayerisch-Schwaben – wo seid ihr?

Warum gibt es in Schwaben eigentlich so wenig Gründer? Sind die Augsburger nicht nur zurückhaltender, sondern verschlafen sie sogar diesen derzeitigen Startup Boom? Welche Rolle spielen Uni und Hochschule in Augsburg? Und warum zieht es die meisten Innovatoren nach München oder Berlin?

Nun, meine Antworten zu diesen Fragen und persönliche Einschätzung hat bestimmt nicht jedem Anwesenden gefallen. Aber klar ist, dass wir gemäß einer Erhebung der IHK Schwaben aus dem letzten Herbst eine Gründungsquote in Bayerisch-Schwaben haben, die gerade einmal 20% des Volumens im Kölner IHK Bezirk ausmacht. 70 Gründungen digitaler Geschäftsmodelle in Schwaben in den letzten 3 Jahren -> 350+ in Köln, bei ca. gleicher Anzahl an Unternehmen im IHK Bezirk. Bam!

An den Studenten liegt es nicht. Das wurde in der Diskussion mit anwesenden Uni-Studenten klar. Die beklagten sich über eine Universität, die eher gründungsfeindlich eingestellt sei, oder besser war. Dank des Information Systems- und Management Lehrstuhls von Prof. Daniel Veit kommt an der Uni Augsburg nun einiges voran. Es ist an der Zeit.

Kritisch sah ich auch die Entwicklungen beim Bau/Betrieb des neuen Gründerzentrums Augsburg. Eine Kreativitätsschmiede nach den Vorbildern Berliner Factories oder der UnternehmerTUM in Garching ist die Augsburger Lösung sicherlich nicht. Auch wenn die dortigen Kollegen sicherlich bemüht sind … Hier fände ich einen Blick über den hiesigen Tellerrand wichtig: mehr Dynamik, mehr Mut sind hier gefordert, um nicht weiterhin hinter den anderen Regionen zurückzuhinken.

Innovation diskutiert im Presseclub Augsburg

Einen Großteil des Abends wurde nah am Thema Medien diskutiert. Welche Rolle spielen Printmedien in den kommenden Jahren? Welche Geschäftsmodelle sind für die bestehenden Spieler denkbar? Und wie können sich hier Innovatoren neu in den Markt katapultieren? Sind Blogs die richtige Antwort, oder hat sich der Content-Stream nicht längst auf die Netzwerke wie Facebook oder Twitter verlagert, wie etwa im Beispiel von NowThis?

Zu guter Letzt diskutierten wir über neue Lösungen in Smart Mobility Bereich. Wir waren uns alle einig, dass wir zukünftig intelligentere Mobilitätslösungen benötigen. Es geht nicht um das ein oder andere Elektroauto mehr auf Augsburger Straßen. Nein: die vernetzten, digitalen Lösungen, sharing Konzepte und die Infrastruktur in den Städten selbst müssen die Antworten liefern. Ein klarer Appell auch an die hiesige Politik, denn andere Städte und Regionen machen es ja erfolgreich vor.

Herzlichen Dank an Sandra Strüwing vom Presseclub Augsburg für die Einladung und die großartige Diskussion. Das war ein richtig spannender Abend.

Bilder & Copyright: Robert Linsenmeyer
Weitere Bilder vom Event finden sich hier.

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Ich arbeite als Partner der InnovationFactory in Bayern an der Vernetzung digitaler Player vom Startup bis zum Großunternehmen. Mein besonderes Interesse gehört der eMobilität, denn ich bin von der Entwicklung marktgerechter Elektroautos fasziniert.