Dott

E-Scooter Sharing Anbieter dott

Der niederländische E-Scooter Anbieter dott ist bereits das zehnte Unternehmen, welches die kleinen elektrischen Tretroller in Deutschland im Sharing anbietet. Wie die meisten anderen Anbieter auch, arbeitet dott nach dem Free-Floating Prinzip. Die E-Scooter können überall in den jeweiligen ausgewiesenen Stadtgebieten abgestellt werden.

In welchen Städten ist dott in Deutschland mit seinen E-Scootern aktiv?

dott ist mit seinen E-Scootern insgesamt in vier deutschen Städten unterwegs (Stand: April 2020). Neben München und Augsburg unterhält das Mobility Startup aus Amsterdam E-Scooter Flotten in Köln und Bonn.

Wer sind die Wettbewerber von dott in Deutschland?

Die amerikanischen Anbieter Uber (mit seinem Brand Jump), Bird und Lime sind bereits seit dem offiziellen Start der E-Scooter im Sommer 2019 in Deutschland. Bird hatte ja Anfang 2020 den Berliner Anbieter Circ übernommen, allerdings fahren die orange-farbenen Circ Tretroller nach wie vor unter eigener Flagge auf den Straßen. Hinzu kommen die beiden europäischen Micromobility Schwergewichte VOI und TIER sowie die etwas kleineren Anbieter Hive, Moo und Wind. Somit sind inklusive dott zehn verschiedene E-Scooter Marken in den deutschen Städten im Angebot, effektiv gehören sie zu neun Unternehmen.

Wie differenziert sich dott zu seinen Wettbewerbern im E-Scooter Sharing?

Das niederländische Mobility Startup dott positioniert sich als nachhaltiger Anbieter von E-Scooter Sharing. Dabei grenzt man sich vom Wettbewerb dank einer nachhaltigen Verteilung der E-Tretroller, konsequenter Reparatur und Recycling, dem zentralem Aufladen ausschließlich mit Ökostrom und der Ankündigung eines neuen Modells mit Tauschakkus ab. In Bayern unterhält dott einen zentralen Standort in München-Garching. Hier werden die Roller gesammelt und an insgesamt 840 Ladestationen über Nacht mit Ökostrom geladen.

Ein zweiter Fokus im Rahmen der Nachhaltigkeit ist die Langlebigkeit der E-Scooter Modelle von dott. Die Niederländer kalkulieren mit mehr als 2.500 Ladezyklen für die fest verbauten Lithium-Ionen—Akkus in ihrem aktuellen Modell. Diese E-Tretroller ermöglichen bislang 25 bis 30 Kilometer an Reichweite. Defekte Teile an den Tretrollern plant man konsequent zu recyceln. So möchte man auf eine Haltbarkeit von zwei Jahren bei den elektrischen Zweirädern kommen. Die robuste Konstruktion der Scooter mit großen Rädern, einem standfesten Radnabenmotor und viele einzeln tauschbare Komponenten sollen das ermöglichen.

Spannend ist auch die Neuentwicklung eines Scootermodells, bei welchem der Akku tauschbar im Trittbrett untergebracht ist. Dieses E-Scooter Fahrzeug kommt bereits in Paris zum Einsatz, nach und nach wird es dann in den weiteren europäischen Standorten eingesetzt. Der Austausch der Akkus vor Ort im Stadtgebiet ist für die Sharing Anbieter wesentlich kostengünstiger und erhöht die Verfügbarkeit der Fahrzeuge für den Endkunden.

Nachhaltigkeit und vernünftiges Wachstum in neue Städte machen dott weniger anfällig für Krisen wie die COVID-19 Pandemie

Wie wichtig für das niederländische Mobility Startup dieser Nachhaltigkeitsaspekt ist, verdeutlicht ein Statement des Co-Founders Maxim Romain: “Wir haben dott mit Blick auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit gegründet und aufgebaut. Unsere Strategie war und ist es immer gewesen, langsam und nachhaltig zu wachsen, eine Stadt nach der anderen zu erschließen und dies jedes Mal gut vorzubereiten. Folglich haben wir uns nicht zu schnell in zu vielen Städten ausgebreitet. Das hilft uns jetzt sehr und macht Dott in schwierigen Zeiten wie diesen widerstandsfähiger”.

Hiermit spielt dott auf die derzeitigen Probleme der großen, meist global aufgestellten E-Scooter Sharing Anbieter an. Das hektische Wachstum um jeden Preis vieler Anbieter kehrt sich jetzt als Nachteil mit einer extrem hohen Kostenstruktur um. “Mit unserem Team werden wir weiterhin nach unserer Vision leben, positiv bleiben und den Städten München, Augsburg, Köln und Bonn auch in diesen harten Zeiten dienen und dabei die Gesundheit aller schützen”, so die dott Macher in einer Pressemitteilung inmitten der Covid-19 Krise.

Der E-Scooter Anbieter dott startet nach München ausgerechnet in Augsburg

Es ist schon etwas sonderbar, wenn in einer knapp 300.000 Einwohner Stadt wie Augsburg nach den beiden europäischen E-Scooter Sharing Anbietern VOI (first mover) und TIER ausgerechnet das relativ unbekannte dott aus den Niederlanden startet. Seit Ende 2019 stehen die E-Scooter Fahrzeuge von dott in der Fuggerstadt. Wie kann das gutgehen, zumal dott selbst mit seinen Preisen oberhalb der beiden bisherigen Anbieter liegt? Kann das ausgerechnet in Schwaben funktionieren?

Was kosten E-Scooter von dott im Sharing in Augsburg?

Neben der Kosten für die Freischaltung von 1 Euro gilt dott mit einem Fahrtpreis von 23 Cent pro Minute als einer der teuersten Anbieter. Man muss schon genauer hinschauen, um die Begründung für diese Preispolitik von dott zu erkennen. Im Fahrpreis enthalten ist laut dott eine Vollkaskoversicherung für Kunden. Noch wichtiger sind jedoch die fairen Arbeitsverhältnisse und Festanstellungen für dott Mitarbeiter. Denn anders als die Wettbewerber setzt dott auf fest angestelltes Personal für die Wartung der E-Scooter, inklusive eigener Mechaniker für Inspektionen, Reparaturen und das Laden der Zweiräder.

Ob das dem Endkunden tatsächlich einen höheren Fahrtpreis pro Minute wert ist wird sich zeigen. Doch tatsächlich passt diese soziale Unternehmenspolitik in unseren Zeitgeist. Sozialer Umgang miteinander und nachhaltige Urbane Mobilität – das dott Geschäftsmodell könnte zukunftsweisend sein.

Die Zusammenarbeit mit den urbanen Entscheidungsträgern in den Städten

dott hat mit den Städten, in denen das Mobility Startup bereits aktiv ist, vereinbart, sämtliche Fahrtdaten (natürlich anonymisiert) mit den jeweiligen Stadtverwaltungen zu teilen. Data Analytics als Service für die Behörden, um damit einen besseren Einblick in die urbanen Verkehrsströme zu bekommen und somit die Infrastruktur, wie etwa die Fahrradwege oder Parkplätze, besser planen zu können.