E-Scooter erhöhen ÖPNV Nutzung um 35 Prozent

… in Stuttgart – so das Ergebnis eines Pilotprojektes zwischen S-Bahn, E-Scooter Sharing Anbieter Voi und DB Tochter Mobimeo. In der Landeshauptstadt Baden-Württembergs wurden potentielle Synergien von Nahverkehr und Elektromobilität getestet, die Ergebnisse sind spannend.

So legen diese nahe, dass die hohe Flexibilität von Sharing-E-Scootern sie zur perfekten Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr macht. Nutzer legen längere Strecken mit Bus oder Bahn zurück und die sogenannte ‘Letzte Meile’ mit dem elektrischen Roller. Denn nicht nur die Daten aus Stuttgart zeigen, dass die elektrischen Scooter meist zwischen wenig hundert Metern und 2 Kilometern genutzt werden. Auf diese Weise stützen sich die beiden Verkehrsangebote gegenseitig und schaffen zusammen eine starke Alternative zum privaten Pkw. 

Synergieeffekte zwischen E-Scootern und ÖPNV

Aktuelle Zahlen aus einem gemeinsamen Pilotprojekt vom schwedischen Verleihanbieter Voi und der S-Bahn Stuttgart zeigen jetzt, wie stark diese Synergieeekte tatsächlich sein können. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde der Verkauf von Bahntickets, sowie die Nutzung der Scooter im Pendlerbezirk Bad Cannstatt untersucht. Dabei wurde ein 35-prozentiger Anstieg bei den verkauften Bahntickets, sowie ein 250-prozentiger Anstieg der Nutzung von E-Scootern als Vehikel für die ‘Letzte Meile’ festgestellt. Weitere Treiber des Erfolgs waren außerdem die gemeinsame App-Integration von Scootern und S-Bahn durch die DB Tochter Mobimeo, sowie die Aufstellung von Vois Parkstationen für die elektrischen Roller am Bahnhof Cannstatt. 

Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, wie Mikromobilität und Öffentlicher Nahverkehr zum Treiber einer Verkehrswende werden können, die Städte zugänglicher und lebenswerter macht. Weltweit setzen die Städte im Rahmen ihrer urbanen Mobilitätslösungen auf elektrische Zweiräder als Ergänzung für die kurzen Strecken. Bei meinem Besuch in Paris vor wenigen Tagen habe ich diese Erfahrungen selbst machen dürfen, einen längeren Bericht zur Mobilität von Paris auf dem Weg zur ’15 Minute City’ habe ich auf MOTION Magazine geschrieben.

“ENTSCHEIDEND FÜR EINE ERFOLGREICHE VERKEHRSWENDE IST DIE VEREINBARUNG INDIVIDUELLER UND GEMEINSCHAFTLICHER INTERESSEN, HIN ZU EINEM GESTEIGERTEN BEWUSSTSEIN UND VERANTWORTUNGSGEFÜHL FÜR SOZIALE UND KOMMUNALE FRAGESTELLUNGEN,” SO DIE VOI MOBILITÄTSEXPERTIN NEELE REIMANN-PHILIPP.

Pressemitteilung VOI

Integration der E-Scooter in den ÖPNV ist elementar für deren Erfolg

Eine weitere Studie ermittelte dieser Tage die Klimabilanz der elektrischen Scooter. Die Deutsche Energie Agentur (Dena) stellt dabei fest, dass die Treibhausgasbilanz der E-Scooter sich seit 2019 signifikant verbessert haben. Gründe dafür sind verbesserte Fahrzeuge, deren längere Lebensdauer, die Nutzung von erneuerbarem Strom und der Einsatz von Wechselakkus. Interessant aber auch die Schlussfolgerung, dass um Mikromobilität effizient nutzen zu können, jene in die örtlichen Verkehrssysteme eingebunden sein müssen. Neben dem Einsatz in den Stadtzentren gilt die Verfügbarkeit der E-Scooter am Stadtrand als besonders wichtig, denn so können die Nutzer von Bus und Bahn die E-Scooter für die letzte Meile auf dem Weg nach Hause einsetzen.