Frachtklub – der White Label Onlineshop für Speditionen

Ich präsentiere mit diesem Beitrag ein weiteres junges Logistik Startup – Bühne frei für Frachtklub aus Cuxhafen.

Die Mission von Logistik Startup Frachtklub ist es, europäische Logistikunternehmen dabei zu unterstützen, die Einführung der Digitalisierung zu beschleunigen, indem sie einem fracht“klub“ beitreten. Wir bieten ‚Next Generation Logistics Sales‘. Die Idee hinter den beiden // ist, dass wir eine White Label-Lösung anbieten und dabei wie Kommentare im Java-Quellcode im Hintergrund bleiben. Hierzu der Frachtklub-CEO: „Speditionen müssen endlich aufwachen und die Chancen der Digitalisierung nutzen. Unser Name Frachtklub ist eine Anspielung auf unseren einzigartigen kooperativen Ansatz“.

Die Historie und Entstehungsgeschichte des Logistik Startups Frachtklub

Die Geschichte von Frachtklub beginnt bereits vor über 7 Jahren. Gründer und Geschäftsführer, Leif-Hermann Lühmann, stellt während seines dualen Studiums bei DB Schenker fest, dass viele der großen Logistikkonzerne noch wie vor 20 Jahren arbeiten. „Aus dem elterlichen Betrieb und aus meiner Zeit bei Schenker weiß ich, wie viele Tagespreisanfragen noch per Email, Telefon oder sogar Fax reinkommen“, erzählt Lühmann. Die Websites von Speditionen sind fast immer reine Lesewebsites – digitale Interaktion ist kaum vorhanden. Besucher finden Informationen über das Unternehmen, deren Leistungen, den Fuhrpark und die Historie.

Doch einfach mal mit wenigen Klicks einen Transportpreis erhalten und diesen direkt online buchen, das ist nicht möglich. Was in anderen Branchen wie dem Onlinehandel oder dem Tourismus schon längst Standard ist, gibt es in der Logistik nicht. „Speditionen verschenken dadurch ein enormes Umsatzpotential“, so Lühmann und verweist auf Studien, nach denen Verlader ihren Transportpreis ganz einfach rund um die Uhr beauftragen wollen. Nach Aussage von Lühmann finden über 10% der Buchungen außerhalb der Bürozeiten statt. „Durch unsere Lösung muss der Verlader nicht mehr bis zum nächsten Tag warten – diese Nachfrage wächst einfach.“ Vergleichbar mit Reisebüros beschäftigen Speditionen dabei je Standort 1-3 Mitarbeiter*innen, die den ganzen Tag manuell Transportanfragen bearbeiten. Das ist zeitaufwändig, fehleranfällig und umständlich. Für beide Seiten ist der heutige Prozess einfach nicht mehr zeitgemäß.

Ein Onlineshop als digitales Front-End ist die Lösung

Aus diesem Grund gründet Lühmann 2018 das Startup Frachtklub, einen White Label Onlineshop für Speditionen. Die Lösung lässt sich ohne großen Aufwand binnen einer Woche ganz leicht im Design der Spedition in deren Website und Prozesse integrieren. „Dadurch behalten die Speditionen den so wichtigen direkten Kundenkontakt“, betont der Gründer. Das Startup bietet seine Lösung bereits für die Bereiche Stückgut, Teil- und Komplettladungen an. Bisher können die Unternehmen über die Lösung europaweite Transporte auf der Straße anbieten. Und die Nachfrage steigt. Mit wenigen Klicks zum Tagespreis und zur Buchung des gewünschten Transports: Für viele Verlader wird das immer attraktiver. Nach erfolgreicher Buchung werden die Daten automatisch ins Transport-Management-System übergeben, Speditionsauftrag und Barcode-Label erhält der Kunde direkt in digitaler Form. Ein manuelles Eingreifen ist nicht mehr notwendig.

Viele Speditionen tun sich mit der Digitalisierung schwer

Das Logistik Startup verfolgt einen kooperativen Ansatz und unterstützt Speditionen bei der Digitalisierung ihrer Vertriebsprozesse. Das Thema Digitalisierung sei bei vielen Logistikfirmen immer präsenter, beobachtet Lühmann. Dem Gros sei trotz aller Fortschritte noch nicht klar, wie sich der Markt durch die Kundenanforderung verändert und welchen Einfluss die Digitalisierung dabei hat. „Viele wollen etwas machen, aber dann kommen auch sofort die Vorbehalte. Einige verbinden mit Digitalisierung zum Beispiel endlose Projekte oder sind einfach nicht veränderungsbereit.“ Er sehe auch eine Überforderung mit der Digitalisierung. Viele wüssten gar nicht, wo sie anfangen sollen. „Speditionen müssen mit ihren Websites noch deutlich kundenorientierter werden und in der Interaktion mit Kunden die Chancen der Digitalisierung nutzen“, betont Lühmann. „Es geht nicht darum, ob Speditionen online mitmachen wollen oder nicht. Sie müssen mitmachen, um nicht den Anschluss zu verlieren und um die neue Art von Kunden, die online Logistik einkaufen will, nicht zu verlieren. Andere Branchen machen es ja vor.“

Referenzkunden vervierfachen Umsatz dank Frachtklub

Frachtklub ermöglicht es Speditionen mit seiner Lösung ganz einfach den Service von digitalen Speditionen anzubieten. Gleichzeitig bringe die Digitalisierung straffere Prozesse und eine enorme Entlastung. Die Mitarbeiter*innen, die vorher manuell Tagespreise bearbeitet haben, können jetzt in anderen Bereichen unterstützen und die Analyse und den Ausbau des Online-Angebots vorantreiben. Das Startup zählt bekannte Unternehmen wie Schmidt-Gevelsberg, Oppel, Koch International, Wackler, Boltas sowie den Ladungsverbund Elvis zu den Referenzkunden. Kunden wie Koch bestätigen, dass sich das Auftragsvolumen in diesem Bereich seit Einführung durch online-affine Neukunden vervierfacht hat. Durch den Onlineshop lässt sich also ein ganz neues Marktsegment erschließen.

Bildrechte: Frachtklub

Dynamische Preiskalkulation als Vision für das Logistik Startup Frachtklub

Aktuell bietet Frachtklub mit seinem Onlineshop europäischen Landverkehr an. Das Team arbeitet bereits an weiteren Features. „Noch ist die Preiskalkulation relativ statisch, insbesondere im Stückgutbereich“, führt Lühmann aus. „Unsere Vision ist ein Dynamic Pricing.“ Damit würden unter anderem Marktschwankungen und Auslastung automatisiert berücksichtigt. Das soll unter anderem durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) erreicht werden. Zudem will das Team künftig mit Frachtklub auch noch den Bereich Luft- und Seefracht abdecken. „Dem widmen wir uns jetzt auch konkret.“ Das eigenfinanzierte Startup hat also einiges vor.

Unsere Serie zu jungen Logistik Startups in Deutschland

Die ersten Berichte aus unserer Serie zu jungen Logistik Startups verpasst? Kein Problem, hier sind die Links zu den Beiträgen der letzten Woche:

Limbiq – Track & Trace Lösung für Logistiker

Poolynk – der digitale Palettenschein