Hellofresh setzt auf E-Transporter eVito

Wie sinnvoll ist die Inbetriebnahme von elektrischen Fahrzeugen bereits heute. Insbesondere im Transportersegment gibt es eine Vielzahl an Anwendungsbeispielen für die Berlieferung der letzten Meile mit Hilfe von elektrischen Fahrzeugen.

Ich bringe hier auf meinem privaten Blog immer wieder diese sogenannten ‘use cases‘ – gerade auch, wenn es E-Fahrzeuge sind, die für eine nachhaltigere Lieferung in den urbanen Zentren stehen. So auch heute, denn der Kochboxanbieter HelloFresh übernimmt sieben eVito E-Transporter von Mercedes-Benz mit Kühlausbau in seine Flotte.

Wir bringen den Hintergrund zu dieser gemeinsamen Entwicklung des Fahrzeugherstellers Mercedes-Benz mit seinem Kunden HelloFresh.

Elektrische Vans werden mit individualisierten Ausbauten interessant für die Belieferung der letzten Meile

Batterieelektrisch angetriebene Vans werden derzeit selten mit individualisierten Ausbauten in Verbindung gebracht. Vor allem, wenn es um den Transport temperatursensibler Waren wie Lebensmittel oder Arzneimittel geht. Der Grund dafür liegt in der Energie, die für die Kühlung benötigt wird und die bislang zu stark die Leistungsfähigkeit der Akkus belastete.

Co-Creation von Mercedes-Benz Entwicklern gemeinsam mit 40 Kunden

Der Wunsch vieler Kunden ist es, ihre Fahrzeugflotte auf nachhaltige Antriebskonzepte umzustellen und speziell im urbanen Raum ihre Touren mit batterieelektrischen Vans zu absolvieren. Um den besonderen Anforderungen beim Transport temperatursensibler Waren gerecht zu werden, fand im Rahmen des Co-Creation Ansatzes ein reger Austausch von Mercedes-Benz Vans mit weltweit mehr als 40 Kunden aus dem Bereich Lebensmittel- und Arzneimittelbelieferung statt.

Dabei begleiteten die Daimler Teams viele Fahrer der Kunden auf ihren Touren. Somit konnten Schwachstellen frühzeitig erkannt werden und die Abläufe optimiert werden, um lokal emissionsfreie Fahrzeuge ihre Stärken am besten ausspielen lassen zu können.

Intensive gemeinsame Entwicklung von Mercedes-Benz Vans mit dem Kunden HelloFresh aus Belgien

Zusammen mit dem Kochboxanbieter HelloFresh aus Belgien führte Mercedes-Benz Vans einige Workshops durch, erstellte Prozessanalysen und ermittelte auf Basis der Begleitfahrten die Anforderungen und Bedarfe der Kunden. Das Resultat ist ein elektrisches Fahrzeug, das auf dem Mercedes-Benz eVito basiert und gemeinsam mit dem Kühlausbauspezialisten Kerstner zur Marktreife entwickelt wurde. Im September 2019 stellte das besondere Kühlfahrzeug des elektrischen Vito in einem vierwöchigen Pilotprojekt mit HelloFresh bereits seine Alltagstauglichkeit im Lieferalltag unter Beweis. Es hielt zuverlässig die Temperatur (Frischdienst) im Laderaum und unterstützte die Fahrer bei bis zu 50 Belieferungen pro Tour.

HelloFresh erhält sieben elektrische eVito Mercedes-Benz Transporter

Sieben dieser Fahrzeuge wurden nun vom belgischen Kochboxanbieter HelloFresh übernommen. „Unser eVito mit Kühlausbau ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir zusammen mit unseren Kunden und Aufbauherstellern Fahrzeuge entwickeln, die auf die speziellen Anforderungen und Einsatzzwecke zugeschnitten sind“, so Christin Egermeier, im Vertrieb von Mercedes-Benz Vans für eGrocery zuständig.

Welche technischen Neuheiten setzt der eVito Kühl-Van ein?

Die technische Konzeption des Fahrzeugs basiert auf der Idee, die im Mercedes-Benz eVito vorhandene elektrische Energie auch für die aktive Kühlung zu nutzen. Dazu ist die Kerstner Kühlanlage C106EA an das Fahrzeug-Bordnetz angebunden, wodurch die als Energiequelle notwendige Zusatzbatterie minimiert werden kann.

Im Ergebnis stehen dem Kühlfahrzeug drei Betriebsmodi zur Verfügung, die eine durchgängige Kühlung während der gesamten Lieferung gewährleisten: die Standkühlung über das Stromnetz zum Betrieb der Anlage bei der Beladung des Fahrzeuges im Hub, die Hochvolt-Fahrzeugbatterie während der Fahrt und die Pufferbatterie während der Zustellung der Ware oder bei Pausen. Um gleichzeitig den Energieverbrauch der Kühlanlage zu senken, verfügt die Kerstner Isolierung des Laderaums über einen besonders niedrigen K-Wert von 0,30 W/m²K.