Mister Postman organisiert die Zustellung auf der letzten Meile

Im Rahmen meiner Serie zu spannenden, jungen Startups aus dem Logistik Bereich, stelle ich heute Mister Postman aus Mülheim an der Ruhr vor. Der Gründer Patrick Giesen hat mir netterweise ein paar Fragen zu seinem Logistik Startup beantwortet.

Welches Problem löst Mister Postman mit seiner App?

Jeder kennt das Problem: Der stark anwachsende Online-Handel stellt die bekannten Zustelldienste vor immer größere Probleme im Rahmen der Urbanen Logistik. Oft kommen sie zu einer Zeit, in der niemand da ist, um die Sendung in Empfang zu nehmen. 

Anschließend werden die Pakete in den Filialen der Paket-Dienstleister oder in den zahlreichen Packstationen abgelegt und müssen dort vom Empfänger abgeholt werden. Das stellt die meisten aber vor ein noch größeres Problem. Die Öffnungszeiten dieser Filialen kollidieren oftmals mit den Arbeitszeiten der Empfänger und sie liegen nicht immer auf dem Heimweg. Zudem kommen die lästige Suche nach Parkplätzen und das Anstehen in der Schlange hinzu.

Welche Lösung bringt Mister Postman denn ganz konkret?

Prägnant zusammengefasst ist Mister Postman eine App, die es gewährleistet, dass nicht zustellbare Pakete und Direktsendungen in Paketshops oder Packstationen doch noch ihren Weg an die Haustüre des Empfängers finden. Und das ganz ohne zusätzliche Anfahrtszeit für den Empfänger!

Die Zustellung übernimmt nämlich einer der sogenannten „Postman“, der die Abholung und Zustellung in den eigenen Alltag integrieren kann. Der Postman holt das Paket in der Filiale oder Packstation ab und liefert es dem Empfänger aus. Das Schöne ist, der Empfänger bestimmt Zeit und Ort der Lieferung. Geliefert wird 7 Tage die Woche von 06:00-22:00 Uhr. „Man kann sich also die Pakete ins Büro oder auch zu den Schwiegereltern liefern lassen“, erklärt mir der Gründer Patrick Giesen.

Wie funktioniert die App des Lieferservices Mister Postman?

Durch unsere App werden die Paketnummern des ursprünglichen Lieferanten mittels Eingabe durch den Kunden übernommen und zusätzlich wird eine Vollmacht mit dem Auftrag verknüpft. Mit dieser Vollmacht kann der registrierte Zusteller nun die einzelnen Paketshops/ Packstationen anfahren und die Pakete einsammeln. Diese werden dann über die App eingescannt und verteilt. Der Kunde erhält über den Vorgang Statusinformationen per E-Mail oder eine Push-Nachricht. Sobald das Paket zugestellt wurde, wird der Vorgang mit einem letzten Scan durch den Empfänger abgeschlossen.

Die Vision: eine Reduzierung des Lieferverkehrs und Minderung der Co2-Emission:

Hierzu wieder Patrick Giesen: Unsere Vision ist es, dass die KEP-Dienstleister für die Auslieferung zukünftig nur noch einen Weg fahren, nämlich den zum Paketshop oder zur Packstation. So würde das Verkehrsaufkommen und zeitgleich der Co2 Ausstoß in den Städten deutlich reduziert.

Durch einen nachbarschaftlichen Lieferdienst könnten sich eine Community selbst organisieren und zusätzliche Fahrten gehören somit der Vergangenheit an.

Seit wann gibt es Mister Postman und wie läuft es bislang für euch?

Mitte November letzten Jahres war es dann endlich soweit. Nach einer langen Entwicklungsphase und zahlreichen Testversionen, konnten wir unsere App in den Apple App-Store und Google Playstore hochladen. Für die Einführung in den Markt haben wir unser Produkt erst einmal in unserer Heimatstadt Mülheim an der Ruhr gelauncht. Hierdurch hatten wir die Möglichkeit, unser Produkt live noch einmal zu analysieren und letzte Kinderkrankheiten zu beseitigen. 

Seit Anfang März 2020 ist unser Produkt in Düsseldorf verfügbar und wir planen unser Produkt auch bald schon in weiteren Städten anbieten zu können. 

Bildrechte: krischerfotografie – Mister Postman im Pitch

Trifft euch Corona im Rahmen eures Launch-Szenarios?

Aufgrund der aktuellen Corona Lage haben wir uns dazu entschlossen, uns den Bedürfnissen der Kunden anzupassen. Deshalb arbeiten wir schon früher als geplant an der Retour-Sendung. Ab Mitte Juni haben unsere Kunden die Möglichkeit, Pakete über unsere App zu retournieren und können sich so den lästigen Weg und das Anstellen im Paketshop ersparen.

Herzlichen Dank Patrick zu diesen Ausführungen und viel Erfolg weiterhin bei dem Roll-out von Mister Postman in weiteren Städten.

Meine Serie zu jungen Logistik Startups in Deutschland

Die ersten Berichte aus meiner Serie zu jungen Logistik Startups finden Sie hier:

ForkOn – Flottenmanagement für Gabelstapler

Limbiq – Track & Trace Lösung für Logistiker

Poolynk – der digitale Palettenschein

Frachtklub – White Label Online Shop für Speditionen

Induktive Ladesysteme von Smart Inductive Solutions

Weitere Logistik Startups folgen dann in den kommenden Tagen.