Mitfahrgelegenheits-App route D für Unternehmen in Düsseldorf gestartet

Den Stammlesern meines eMobilität Blogs ist ja bereits bekannt, dass ich meine Kindheit in Düsseldorf verbracht habe. Von daher schaue ich immer mal wieder gerne nach NRW, was sich dort in Sachen Urbaner Mobilität so tut. Düsseldorf ist als Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes zugleich Pendlerhauptstadt in NRW. Mehr als 320.000 PKWs pendeln werktäglich in die Stadt. Die Verkehrssituation gehört hier mit zu den größten Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf die Klimaschutzziele.

Und tatsächlich sind die Düsseldorfer bei vielen, innovativen Mobilitätsangeboten dabei. Hier fahren die Lime, TIER oder VOI E-Scooter seit dem letzten Sommer, schon ein paar Jahre eher startete der E-Moped Anbieter emmy gemeinsam mit den Stadtwerken einen eddy genannten E-Roller Sharing Service. Spätestens seit Einführung diverser Umweltspuren streiten und diskutieren Autofahrer und die Nutzer der ÖPNV und privaten Verkehrsangebote intensiv um ein nachhaltiges Mobilitätsangebot von Morgen in der Rheinmetropole.

Bildrechte: Michael Brecht – Mikro-Mobilitätsangebote in Düsseldorf

Die Stadtwerke Düsseldorf bringen gemeinsam mit einem Kölner Startup eine Mitfahrapp auf den Markt

Düsseldorfer und Kölner arbeiten zusammen in Sachen Mobilität – klingt paradox – ist aber wirklich wahr. Denn die Stadtwerke Düsseldorf als Verbundpartner der Düsselschmiede und das Kölner Startup goFLUX launchen eine digitale Lösung auf Düsseldorfs Straßen mit dem Ziel, den Verkehr effizienter und umweltfreundlicher zu machen. Es geht um die Mitfahrapp route D, die sich seit wenigen Tagen in einer mehrmonatigen Testphase bei vier rheinischen Unternehmen befindet. Die App route D gleicht einem Angebot der Mitfahrplattform TwoGo, welche die Schwarz Gruppe der Software Schmiede SAP vor wenigen Monaten abkaufte.

Die Mitfahrapp route D ist derzeit im Testbetrieb mit vier Düsseldorfer Unternehmen

Ineffizient ist der Autoverkehr in Düsseldorf, weil in den meisten Autos nur eine Person sitzt. Und genau hier setzt die Idee der Mitfahrplattform an: Wäre jedes Auto voll besetzt, ließe sich der Verkehr ohne großen Aufwand drastisch reduzieren – und damit verbunden auch Staus, Abgase, Lärm und Parkplatzmangel. Die Mitfahrapp route D hat das Kölner Start-up goFLUX zusammen mit den Stadtwerken Düsseldorf entwickelt: Mit wenigen Klicks können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens, die einen ähnlichen Weg zur Arbeit haben, zusammenschließen und gemeinsam fahren. Vom Arbeitsplatz zum Spiel der Fortuna in der Merkur-Spiel Arena, kein Problem. Die App zeigt allen Mitarbeitern im selben Unternehmen die Kollegen an, die ein gleiches Ziel haben. Ridesharing unter Kollegen, sozusagen.

Screenshot der route D Mitfahr-App aus Düsseldorf

Nach der 5-monatigen Testphase geht’s richtig los

Nach einer 5-monatigen Testphase, in der die App exklusiv auf die Bedürfnisse der Pendler ausgerichtet und optimiert wurde, starten ab März mit dem Flughafen, der Messe, der Rheinischen Post und den Stadtwerken Düsseldorf gleich vier große lokale Unternehmen und bieten die Mitfahrapp ihren Mitarbeitern an. Darüber hinaus werden sich nach dem Rollout weitere Unternehmen im Großraum Düsseldorf der Mitfahr-Community anschließen, um unternehmensübergreifend eine wesentliche Reduzierung des Pendlerverkehrs in Düsseldorf zu erreichen. Ganz nach dem Motto: Gemeinsam für Düsseldorf, gemeinsam für den Klimaschutz.

Features der Mitfahr-App route D aus Düsseldorf

Besondere Features der Mitfahrapp sind die automatisierte Organisation und das flexible Timing der App. Über einen Algorithmus werden ein sicherer Treffpunkt ohne Umwege sowie der Fahrpreis zwischen Fahrer und Mitfahrer organisiert. In Sekundenschnelle können regelmäßige, aber auch spontane Fahrten angeboten werden. Die Live-View Funktion sowie integrierte Navigation sorgen für ein einfaches Treffen zwischen Fahrer und Mitfahrer.

Mein Fazit zur Mitfahr-App route D als Urbaner Mobilitätslösung in Düsseldorf

Die neue Mitfahrapp route D in Düsseldorf ist eine wirklich gute Idee. Sie ist zwar derzeit noch im Rollout bei den ersten vier Unternehmen, doch ich denke, dass sich nach der Freigabe viele Unternehmen dieser Urbanen Mobilitätslösung anschließen werden. Die teilnehmenden Unternehmen leisten als Arbeitgeber am Puls der Zeit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele Düsseldorfs. Gleichzeitig sparen die Mitarbeiter Kosten, bauen ihr Netzwerk zu anderen Mitarbeitern aus und senken den eigenen Stresspegel im täglichen Pendlerverkehr. Ich könnte mir vorstellen, dass man diese Mitfahrapp noch um weitere Funktionen wie etwa den Zugriff auf elektrische Ladeinfrastruktur oder ÖPNV Angebote ausweitet.

Der individuelle Pendelverkehr ist einer der größten Verursacher von CO2 in unseren Städten. Neben einem guten ÖPNV Angebot gilt es mit solchen innovativen, digitalen Lösungen die Urbane Mobilität nachhaltig zu verbessern.